Aleatorische Demokratie

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zusammen, zusammenarbeit, gemeinsamkeit, organisation, beteiligung
Zitat heise online:

Der Verhaltensbiologe und Journalist Timo Rieg beschäftigt sich seit den 1990er Jahren mit Modellen einer Demokratiereform.
Timo Rieg plädiert für eine Mischung aus einem ausgelosten Laienparlament, direkt gewählten Ministern, Volksinitiativen und Volksabstimmungen

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Die Webseite zum Thema Aleatorische Demokratie.

Ein Praxisbeispiel hier.

  1. Peter Focke
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    Eine BürgerInnenversammlung , die per Losentscheid eingesetzt wird um ein Votum zu einem bestimmten Thema
    abzugeben , wurde durch die Referenden in Irland 2015 zu gleichgeschlechtlicher Ehe und 2018 zur Legalisierung der Abtreibung in ganz Europa als neues Element der Demokratie entdeckt. Im speziellen Fall Irland war bei beiden Themen eine Änderung der Verfassung erforderlich- und bei einer Verfassungsänderung muss das Volk darüber abstimmen. Da die irische Regierung und das Parlament diese Paragraphen ändern wollten , wurde in beiden Fällen eine BürgerInnenversammlung per Losverfahren einberufen um ein Votum vor dem Volksentscheid abzugeben. Bei der ersten Bürgerversammlung zu gleichgeschlechtlicher Ehe wurden 66 Bürger und 33 Parlamentarier ausgelost dazu ein Vorsitzender macht 100.
    Die Rolle der Parlamentarier in der BürgerInnenversammlung erwies sich dabei nicht als besonders hilfreich,
    sodass bei der BürgerInnenversammlung zur Abtreibung 99 BürgerInnen und 1 Vorsitzender berieten. In beiden Fällen zeigte das Forum der BürgerInnenversammlung eine hohe Qualität – ihr Votum wurde von einer breiten
    Mehrheit angenommen und somit führten die erfolgreichen Referenden zur geplanten Verfassungsänderung.
    Ein Negativbeispiel für ein misslungenes Referendum war das von David Cameron initiierte Referendum zum
    Brexit , das durch eine vorangegengene BürgerInnenversammlung vielleicht anders ausgegangen wäre. In der
    deutschen Verfassung ist ein Volksentscheid bei Grundgesetzänderung leider nicht vorgesehen – so kennt
    kaum einer den § 104 c GG, der am 20.7.2017 (kurz vor der Wahl) eingeführt wurde , um den Digitalpakt zu ermöglichen: der Bund kann sich jetzt an der Digitalisierung der Schulen beteiligen – geplant sind 3,5 Milliarden für Apple und Co. Dorothee Bär (CSU) als Staatsministerin für Digitalisierung im Bundeskanzleramt soll es umsetzen. Die BürgerInnen wurden auch zu dem Thema digitalisierter Unterricht nicht befragt.