Wie dumm ist denn das?

Beim heutigen Klimastreik in Lörrach bin ich als Ordner mitgegangen. Die Ordner sind ja die Pufferzone zwischen Demo und Bevölkerung. Da sprach mich ein Herr an:

“ Die Smartphones sind die größten Energieverbraucher weltweit“.

Ich wollte ihm schon beipflichten und zum Mitmachen am Streik anfragen. Da sagt er:

„Wie dumm sind die jungen Leute eigentlich: Gegen Kohle demonstrieren und das dann mit dem Handy fotografieren!“

In der Sache mag er recht haben, aber im Ton und in der Wertschätzung den jungen Menschen gegenüber? Haben diese etwa die Smartphones erfunden und vermarktet?

Wie dumm ist denn das, wenn wir uns jetzt in Kleinigkeiten zerstreiten und nicht zusammen spannen und das Momentum für den Klimaschutz nutzen? Da ist jeder mit seinem Wissen gefragt, aber auch jeder mit seinen Fähigkeiten, zuzuhören, aufeinander zu zu gehen und gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Das ist dann vielleicht unsere letzte Chance, den Klimawandel zu bremsen.

 

 

2 Responses

  1. Peter Focke
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    Solche und ähnliche Vorwürfe hört man von einigen Passanten : Deine Eltern haben dafür ein SUV, ihr fliegt auch
    in Urlaub, sollten am Samstag demonstrieren und nicht die Schule schwänzen. …. Alles Argumente , die über die Medien von Kommentatoren und zweitklassigen Comedians vorgekaut wurden. Die Wirtschaft sieht die Bewegung mit Besorgnis. Sollte am Ende das SUV nicht mehr das Vehikel des eigenen Egos sein, finden sich Alternativen zu Massentourismus oder ist es gar out auf Kreuzfahrt zu gehen? Vielleicht wäre es besser , wenn die Fridays tatsächlich am Samstag ausschwärmen und mit den Konsumenten ins Gespräch kommen – sie selbst brauchen eigentlich keine Reden mehr am Marktplatz – dafür sollten die Bürger merken , dass es den Jungen , den parents und den grandparents ernst ist und es sich lohnt mit ihnen zu sprechen anstatt Vorurteile oder Floskeln abzulassen.

  2. Andreas Bühler
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    „Wie dumm?“ Hab ich zuerst auch gedacht, als ich das gelesen habe. Ist aber eine ganz normale menschliche Reaktion. Erst mal auf andere zeigen, damit man nicht bei sich selbst reflektieren muss. „Erst mal die, dann ich.“ Und damit kann man wieder nach Hause gehen.