Snipes in Lörrach und ein erstaunlicher Vorgang

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Bildnachweis: Copyright Barbara Ruda / Badische Zeitung (mit freundlicher Genehmigung für diesen Blogbeitrag)

 

Samstag Morgen gemütlich beim Frühstück und der Badischen Zeitung für einen ersten Überblick der Inhalte und Themen. Mein Blick fällt auf die erste Seite des Lörracher Lokalteil mit einem großen Aufmacher als Bildbeitrag.

Badische Zeitung: „Schlange stehen für Einkauf.“

Erstaunt um was es hier geht las ich weiter: „Neueröffnung eines Snipes-Geschäftes in Lörrach“.

Ich gebe zu ich musste erst das allwissende Internet befragen was ein Snipes-Geschäft ist (Zitat BZ: Und dabei geht es doch nur um Schuhe.) und war doch sehr verwundert über diesen erstaunlichen Vorgang.

Nach wie vor haben wir unser Konsumverhalten nicht überwunden, wenn sogar in einem Provinzstädtchen wie Lörrach es noch immer zu solchen Szenen kommen kann – aller Klimadebatten und -krisen zum Trotz.

Etwas frustriert habe ich mich zwei Dinge gefragt

Für wen oder was setzen sich die vielen Menschen, auch bei fairNETZt Lörrach und all den dort vertretenen Initiativen, eigentlich ein, wenn am Ende ein Snipes-Geschäft alles vergessen lässt?

Und weiter ging mir die Frage durch den Kopf, wie viele der dort in der Schlange stehenden (Zitat BZ: Vor allem junge Leute waren auf besondere Angebote aus.) auch schon an einer Fridays for Future Veranstaltung waren?

Wie ging es Euch bei dieser Nachricht?

  1. Hartmut Schäfer
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    Nun – auch das gehört in diese Welt: Die SUVs, die Kiesgärten, die weiter steigenden Passagierzahlen am Flughafen Basel-Mulhouse, die Coffee-to-go-Becher, die Taxi-Eltern, die 6-Zimmer-Wohnungen für Alleinstehende, die Kreuzfahrt-Schiffe, gespritztes Gemüse aus beheizten Gewächshäusern, das Steak aus Argentinien – und so weiter.
    Was bin ich froh, dass es all das gibt. Denn es sind ja Potentiale die uns helfen, unseren ökologischen Fußabdruck in den nächsten wenigen Jahren rapide um 80% reduzieren!
    Und wie soll das gehen? Mit Informationen, Diskursen, spannenden Projekten, Anreizen und Anerkennung, und mit good practice Beispielen zu Initiativen, wie man sie auf dieser Seite hier findet, und mit mutigen aber fairen politischen Rahmenbedingungen. Und zuletzt mit Freude und einer Portion Sportsgeist – aber nicht mit dem Zeigefinger und schon gar nicht mit einseitigen Verboten.