Erdüberlastungstag: Ab dem 3. Mai leben die Deutschen auf Pump!

Move the date: Verschieben wir den Erdüberlastungstag, alle gemeinsam …

Welterschöpfungstag ökologischer Fussabdruck Move the dateDer Erdüberlastungstag ist der Tag im Jahr, an dem rein rechnerisch Deutschland alle Ressourcen verbraucht hat, die uns in diesem Jahr zustehen.  Dieses Datum errechnet sich nach wissenschaftlich anerkannten Verfahren aus einer großen Menge von Daten, die die Frage beantworten, wieviel Ressourcen wir alle auf der Welt haben und verbrauchen. Und wie kann man das besser messen, als in der Anzahl Erden, die wir folglich mit unserer Art zu leben benötigen. Fachleute gehen davon aus, dass die Menschheit die Ressourcen der Welt nur etwa zur Hälfte nutzen sollten, damit die Erde, unser größter Organismus, sich wieder regenerieren kann. Aber wieviel brauchen wir wirklich? Nahezu zwei Erden. Und wir Deutschen würden gar nahezu 3 Erden brauchen. Und wieviel in der Schweiz und anderswo? Das sieht man in dieser Datei zum Download: GFN-Country-Overshoot-Day-2020. Zudem brauchen wir jedes Jahr mehr Erden, denn wir werden einerseits immer mehr Menschen auf der Erde, andererseits verbrauchen wir Menschen jeweils immer mehr für uns. Wer möchte schon Afrikanern oder Indern verbieten, die Entwicklung zu nehmen, die wir in Europa oder Nordamerika auch genommen haben? Nur: mit Wachstum allen Ortens auf einem begrenzten Planeten fahren wir gegen die Wand.

Messen lässt sich das alles hinreichend genau mit den Verfahren des ökologischen Fußabdrucks. Jeder Einzelne von uns kann das mit Kenntnis der individuellen Verbrauchsdaten und Verhaltensweisen in wenigen Minuten vom Internet herausfinden. Meist gibt es aber einen großen Schreck und eine Ernüchterung, vielleicht auch eine Starre und Verzweiflung.

Das Global Footprint Network – eine internationale Forschungsgruppe – hat deshalb die Kampagne Move the date ins Leben gerufen. Wenn wir heute wissen, dass wir ab dem 3. Mai bis zum Rest des Jahres die zur Neige gehenden Reserven der Erde verbrauchen, dann müsste es doch für uns alle Ansporn sein, dieses Datum weiter nach hinten zu schieben. Jahr um Jahr ein paar Tage. Und dazu alle Hebel in Bewegung zu setzen, die es braucht. Wenn wir uns jährlich nur 10 Tage Verlängerung verschaffen, dann haben wir 2030 schon den Stand des Ressourcenverbrauchs von 1990 erreicht – zumindest für Deutschland, denn irgendwo muss man ja anfangen.

Also, vergessen wir alle inhaltsleeren Bekundungen, wir seien auf einem guten Weg und überprüfen unser eigenes Verhalten und unsere Möglichkeiten. Führen wir auch nur ein wenig von dem fort, zu dem wir in der Corona Pandemie im Stande sind und gehen wir den Klimaschutz schlau und gemeinschaftlich an. Und feiern wir jedes Jahr ein paar dazu gewonnenen Tage! Let´s move the date.

PS: Den Impuls zu diesem Blog habe ich vom Interview der Pioneers of Change mit Mathis Wackernagel, dem „Erfinder“ des ökologischen Fussabdrucks. Vielen Dank.