Philosophierende Grundschule erhält Schulpreis

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Im September wurde die Grundschule Schuttertal mit dem 2. Platz des Deutschen Schulpreises ausgezeichnet. Die Freude war riesig in der kleinen Ortenauer Schule mit ihren 130 Schülerinnen und Schülern und 13 Lehrerinnen. Die Schule beeindruckte die Jury mit ihrem Inklusionsangebot, den Familienklassen und dem Konzept als philosophierende Schule.

Das Besondere dieser Schule: Seit zwei Jahren wird hier gemeinsam philosophiert. Die Pädagoginnen greifen philosophische Fragen auf, die sich aus Alltagssituationen und Unterrichtsgegenständen ergeben. In den Gesprächen werden Fragen und Gedanken aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Die Kinder lernen, die eigene Position zu begründen, Argumenten zuzuhören und über Probleme gemeinsam nachzudenken.


Kinder der Schuttertaler Grundschule erklären, wie sie ihre Schule erleben:

Wir sind die Grundschule Schuttertal. Wir haben drei Schulhäuser, wir gehören alle zusammen und alle drei Schulen philosophieren. Was ist Glück? Wer bin ich? Was sind Freunde? Was brauchen wir für gutes Leben?

Also, beim Philosophieren denken wir über Fragen nach, wie z.B.: Was ist Mut? Was ist Angst? Fragen, wo’s kein richtig und falsch gibt.


Die bisherige Erfahrung an der Schuttertaler Grundschule zeigt, dass das Philosophieren ein wichtiger Baustein für demokratisches Lernen ist. „Wenn wir den anderen besser verstehen, sind wir auch toleranter“, stellt die Schulleiterin Susanne Junker fest. Wie die Schülerinnen und Schüler an der Schuttertaler Grundschule Demokratie leben zeigt sich z.B. in der Art der Schülerräte: Sie treffen sich regelmäßig, moderieren ihre Diskussionen selbst und verteilen die Aufgaben untereinander selbständig. Kinder der Schule initiieren Gespräche mit dem Bürgermeister, gestalten Dorffeste oder lesen in Kindergärten vor.

Selbst denken lernen befördert also ganz offenbar auch das selbst Handeln, und diesen Weg weiter zu gehen wird für die Lehrerinnen und Schüler*innen spannend sein!
Die Schule profitiert davon schon jetzt atmosphärisch. Schulleiterin Junker: „Das gemeinsame Philosophieren ist eine wertvolle Bereicherung für unsere Schule. Die Atmosphäre füllt dabei spürbar unser Haus mit Ruhe, Wertschätzung, Zugewandtheit und Vertrauen. Deshalb machen wir weiter.“


Auszug aus der Laudatio der Jury:

Genaues Nachfragen, Zuhören und Weiter-Denken wird in dieser Modellschule „Philosophieren mit Kindern“ wertgeschätzt und eindrücklich kultiviert. Das spiegelt sich auch wider in der intensiven Mitwirkung der Kinder am Schulleben: Souverän handeln sie in Versammlungen ihre Interessen aus und übernehmen Verantwortung, regeln ihr Miteinander. Damit, mit ihrem langen Atem und ihrem Optimismus hat die Schule eine große gemeinschaftliche Strahlkraft in die Gemeinde hinein und über diese hinaus – sie ist nicht nur Dorfschule, sondern eine Schul-Welt.


Weitere Informationen:

Laudatio der Jury: https://www.deutscher-schulpreis.de/preistraeger/grundschule-schuttertal

Portrait der Schule: https://www.deutscher-schulpreis.de/preistraeger/grundschule-schuttertal/portraet-schuttertal

Homepage der Schule: https://www.grundschule-schuttertal.de

Bildquellen

  • Philomobil Kachel: Franziska Kufner